*Interview* mit Andreas März




Ich durfte dem Dresdner Krimiautoren Andreas März ein paar (mehr oder weniger) persönliche Fragen stellen. <3

Hier könnt ihr seine Antworten lesen.

Viel Spaß!






1. Erzähl uns doch etwas über dich und deine Bücher.
Ich schreibe Bücher aus zwei Gründen: Erstens halte ich die Fähigkeit, lesen und schreiben zu können für eine der größten Errungenschaften der Menschheit. Zweitens schreibe ich, weil ich glaube, dass Geschichten in mir schlummern, die erzählt werden wollen.
Meine Themen sind relativ vielseitig, denke ich. Deshalb schreibe ich nicht nur Krimis, auf die ich mich jedoch hauptsächlich spezialisiere, sondern ich schreibe auch Fantasy- oder Science-Fiction-Romane. Aktuell arbeite ich an einem Drama, das auf einem Lied von Jonny Hill basiert. Soweit ich weiß, gibt es nicht viele Bücher, die Lieder als Grundlage haben.

2. Was hat dich zum Schreiben inspiriert?
Ich habe schon mit dem Lesen von Büchern angefangen, bevor ich überhaupt schreiben konnte. Mein erster Roman war »Winnetou I« von Karl May. Für ein Kind eindeutig eine etwas zu schwere Kost. Aber ich habe das Buch durchgezogen. Diesem folgten weitere. Irgendwann schrieb ich selbst. Anfangs waren es nur Kurzgeschichten, die heute zum Glück verschollen sind, denn ich war etwa zehn, als ich sie schrieb – und so lasen sie sich auch.
Jedes Mal, wenn ich ein neues Buch las, entstanden in meinem Kopf Bilder eigener Geschichten, die sich mehr und mehr formten, bis sie eine Komplexität erreichten, die sich aufzuschreiben lohnte. Seitdem kann ich mir keine andere Tätigkeit vorstellen. Eine Zeit lang schrieb ich zahlreiche Gedichte, aber das Schreiben von Romanen erfüllt mich mehr.

3. Wie schreibst du deine Bücher? (mit Musik oder ohne…?)
Gute Frage. Überwiegend schreibe ich so lange, bis die Konzentration nachlässt. Dann sollte man auch wirklich aufhören, um keinen Blödsinn zu schreiben. Meine Arbeitszeit beschränkt sich auf den Tag, ohne an eine bestimmte Tageszeit gebunden zu sein. Bevor ich mit dem Schreiben an sich beginne, mache ich mir Grundnotizen zu der Geschichte, um den Leitfaden zu entwickeln. Die Ideen für meine Bücher suche ich prinzipiell nie, da sie mich von selbst finden. Beim Schreiben versuche ich darauf zu achten, dass keine Musik läuft. Wenn doch mal im Hintergrund Musik dudelt, dann sollte sie keine deutschen Texte enthalten, da sie mich zu sehr ablenken. Sie sollte zudem eine entspannende Note haben, damit ich mich mehr meiner Geschichte als der Musik widmen kann.

4. Wie nah fühlst du dich deinen Protagonisten?
Ich liebe und ich hasse sie. Beim Schreiben entstehen immer Gefühle, die der Figur, um die es gerade geht, ihren Charakter verleihen. Es kommt auch vor, dass man eine regelrechte Wut im Bauch hat, weil sich die Figur gerade so mies verhält, dass man ihr am liebsten eine scheuern möchte. Und manchmal entwickelt sich eine Szene so, dass man die traurige Figur gern trösten will. Aber genau das ist es, was den Reiz ausmacht. Wenn mich meine Figuren schon beim Schreiben derart fesseln und berühren, welche Reaktionen lösen sie dann beim Leser aus?

5. Warst du selbst schon an den Orten deiner Geschichten?
Da ich in Dresden lebe, spielen die meisten meiner Geschichten auch dort. Ansonsten fahre ich mal kurz mit dem Finger über einen Stadtplan. Es macht aber auch Spaß, eigene Orte zu erschaffen. Sie werden dann meistens auch nicht benannt. In meinem Debüt »Tödlicher Sommer« und in meinem aktuellen Buch »Dunckell« wird kein Ort benannt. Ich finde, das erleichtert es dem Leser, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Er kann sich beim Lesen eine ganz individuelle Welt erschaffen. Ich erlaube mir aber auch, real existierende Städte (wie Dresden zum Beispiel) kartographisch ein wenig zu verändern. Das erscheint mir reizvoll.

6. Welche Rolle spielen Bücher (sonst) in deinem Leben?
Bücher spielen prinzipiell eine große Rolle. Sie können ein Spiegel in die Vergangenheit sein oder ein Blick in die Zukunft. Auf jeden Fall bin ich der Meinung, dass Bücher nicht vergessen. Generell hat das geschriebene Wort ein besseres Gedächtnis als sein Schreiber. Bücher dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Ich lese sehr viel. Dabei lege ich mich nicht auf ein bestimmtes Genre fest. Ich persönlich bin ein Fan von so vielen Autoren, wie zum Beispiel Jo Nesbø, Jussi Adler-Olsen, Stephen King, Tess Gerritsen oder Wolfgang Hohlbein, um nur ein paar zu nennen.

7. Hast du ein bestimmtes MusikGenre, welches du hörst?
Nein, eigentlich höre ich so ziemlich alles. Ich höre die Musik von Marion Fiedler, Sia, Florence + The Machine aber auch Nightwish, Rammstein und Manowar – je nach Stimmung und Lust.

8. eBook oder Print?
Ich finde, dass beide Medien eine Existenzberechtigung haben. Viele Menschen stehen dem eBook eher kritisch gegenüber. Aber ich erkenne die enormen Vorteile, die ein eBook-Reader bietet. Da haben wir den Platz, den man einspart. Das im Dunkeln leuchtende Buch (bei diversen Readern geht das ja.) Und wir haben die Bäume, die dank des eBooks nicht gefällt werden müssen.

9. Welcher Autor hat dich entscheidend geprägt?
Es ist schwer, speziell einen herauszufischen, bei den über hundert, die ich schon gelesen habe. Deswegen lege ich mich auf Stephen King und Jo Nesbø fest – und zwar in der Reihenfolge.

10. Warum ausgerechnet Krimis?
Sie sind einerseits sehr vielseitig und auf der anderen Seite an gewisse Regeln gebunden. So kann sich ein Verdächtiger, der gerade verhaftet werden soll, nicht einfach fortbeamen lassen. Das gehört in die Welt des Science Fiction oder von mir aus auch ins Fantasyreich, wo plötzlich ein Magier auftauchen und der Geschichte so zu einer anderen Wendung verhelfen kann. Bei Krimis muss man aufpassen, dass man nicht übertreibt und so realitätsbezogen wie nur möglich schreibt. Das ist oft nicht so einfach, wenn die Fantasie mit einem durchzugehen droht. Da kann sich der Bösewicht dann auch schon mal in Luft auflösen. J

11. Hast du ein Idol aus der Kindheit?
Aus literarischer Sicht kann ich eigentlich nur Wolfgang Hohlbein nennen. Seine Bücher habe ich regelrecht verschlungen. Ansonsten war ich auch dem Medium Film sehr zugetan und sah mir oft die Filme mit Jean-Claude Van Damme oder Jackie Chan an.

12. Einen abschließenden Satz, der dich und deine Bücher perfekt beschreibt.
Meine Bücher sind wie ich: vielseitig und auf keinen Fall langweilig.


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Oben seht ihr die Bücher von ihm. <3
Sicherlich werde ich demnächst auch eins von ihm lesen und dann ausführlich berichten. :)

Kontaktmöglichkeiten:
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Wie hat euch das Interview gefallen?
Ich (und Andreas sicher auch) freuen uns über Kommentare. :)


Liebste Grüße
Nicole




Kommentare

  1. Sehr schönes und spannendes Interview! Die Orte, an denen man lebt, als Grundlage zu benutzen finde ich gut - das macht die Geschichte viel anschaulicher.

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    1. Huhu. <3

      Vielen Dank für das Kompliment.. Die Fragen zu finden, war nicht gerade einfach, weil ich so viel wissen wollte. ;)

      Liebste Grüße
      Nicole

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  2. Hallo Nicole

    Ich freue mich über dieses schöne Interview. Ich liebe es Autoren auch mal näher kennenzulernen.
    Dieses Interview macht mich neugierig auf seine Bücher und ich werde mir sicherlich in der nächsten Zeit ein Buch besorgen.
    Danke :*

    Liebe Grüße Caro

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    1. Liebe Caro!
      Das würde mich sehr freuen. Aber ich muss dich vorwarnen: Meine Bücher liegen leider nicht so einfach im Buchladen herum, da mein Verlag ein für die Buchhändler ziemlich unbekannter ist. Die Bücher sind jedoch in der Regel bei den Händlern bestellbar. Aber der einfachste Weg ist sicher über das Internet.
      Viele Grüße!
      Andreas März

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    2. Huhu. <3

      Die Bücher muss ich auch noch lesen.. *-*
      Danke für dein Kommentar. <3

      Liebste Grüße
      Nicole

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